hackcolldiggi

Was für ein Getröte

Spätestens seit den Zeiten des Bucovina Clubs haben es Bläserensembles leichter, auf Partys ordentlich einzuheizen. Das ist auch in London nicht anders, wo seit 2008 die Hackney Colliery Band mit einem üppigen Set von sieben Bläsern, einem Schlagzeuger und einem Bassisten für fröhliche Abende sorgt.

Dabei geht es durchaus auch mal innovativ zu, was das Repertoire angeht. Hier wird poppendreist mal eben der Blackstreet-Hit „No Diggity“ durch die Tröten geschoben – und das auch noch richtig gekonnt. Da wird auch nicht noch groß im Studio Personal hinzugefügt, um das hinzukriegen, da reichen die üblichen neun. Die dicken Hörner übernehmen Bass und Thema, die höheren greifen sich die Gesangsspuren, schon läuft das Ding.

Dass das etwas staksiger auf die Bühne kommt, gehört einfach dazu, da wäre es glatt ein Fehler, irgendwie dem R&B Groove hinterherzupusten. Statt dessen lieber ein paar richtig schmissige Soli, auch mal quer übers ausgedehnte Drum Break, und rund ist die Sache. Macht richtig Spaß.

Und keiner soll sagen, B-Seiten hätten nichts zu bieten. „House Arrest“ ist nicht, wie der Titel erahnen lassen könnte, ein nachgespielter Hit aus der Frühzeit des House, das ist ein fast schon klassischer Balkan-Kracher aus der Feder der Hackneys. Das ist sicher nicht sonderlich revolutionär, aber es macht ordentlich Laune, ist fein eingespielt (Benedic Lamdin von Nostalgia 77 saß an den Reglern) und hübsch ausgedacht. Freu mich schon drauf, das mal auf ner Party laufen zu lassen. Prost!

HACKNEY COLLIERY BAND – NO DIGGITY / HOUSE ARREST – WAH WAH 45s – WAH7037 – 7,5/10

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